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00113

Königswinter, 11.05.2021


Nächtliche Abschiebung


https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/International/Deklaration_von_Genf_DE_2017.pdf



"Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von  Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden.

Ich gelobe dies feierlich, aus freien Stücken und bei meiner Ehre."


So lautet eine Passage des erneuerten Hippokratischen Eides.
Und so soll es sein, Ärztin/Arzt ist ein Heilberuf und soll auch ernst genommen werden.

Wie Sie wissen, habe ich schon einen kleinen Artikel zu einer nächtlichen Abschiebung einer suicidalen Frau aus der Bonner LVR Klinik, geschrieben.

Um Auskunft zu erhalten hatte ich die Klinik angeschrieben, den LVR, diverse Ausländerämter, die Bundesärztekammer zuletzt, mit der Bitte, ob es der ärztlichen Ethik entspricht, wenn ein solcher Mensch, aus und in einer solchen Situation, nachts um 04.00 Uhr abgeschoben wird.
Immerhin sitzt dort die Bundesethikkommission.
Die ersten angeschrieben Stellen veranstalteten ein Zuständigkeitsgeschacher, einer schob die Zuständigkeit auf den anderen, es war von ärztlicher Schweigepflicht die Rede, die doch schon längst jemand nicht beachtet hatte, vielleicht im guten Willen den Fall öffentlich zu machen, eine konkrete Antwort, bezogen auf die Verantwortlichkeit war nicht zu erhalten.

Ich wurde mehr oder weniger abgewimmelt.

Nun habe ich heute einmal weiter recherchiert, da ich jetzt die Bundesärztekammer zum dritten mal angeschrieben habe, aber nicht wirklich  mit einer qualifizierten Antwort rechne.

Das Ergebnis lesen Sie oben.

Für mich bedeutet das, die ärztliche Ethik, der hippokratische Eid, die heute geltende Fassung, wurde aufs gröbste verletzt.

So mache ich in diesem Artikel darauf aufmerksam, dessen hier aufgeführte Zitate, wie am Link erkennbar, ich von der Seite der Bundesärztekammer habe, und werde eben jener den Link meines Artikels zusenden.

Diese Missachtung der wichtigsten ärztlichen Aussage zur ärztlichen Ethik zeigt, dass wir in Deutschland achtsam sein müssen, denn wenn nachts um 04.00 Uhr eine suicidale Frau aus einer geschlossenen Station der LVR Klinik in Bonn, ohne Einwand und Weigerung der Ärzte, abgeschoben wird, die natürlich keine Deutsche ist, könnte man vermuten, dass hier schon der strukturierte Rassismus zum Zuge kommt.
Gerne mache ich noch einmal auf folgendes aufmerksam:

In der Nazizeit mussten viele Deutsche aus Deutschland fliehen. Sie wurden zum Teil selbst in Syrien freundlich aufgenommen, von europäischen Ländern ganz zu schweigen.
Wären sie nicht geflohen, wären sie ermordet worden, von deutschen Nazis.

Dadurch, dass sie geflohen sind, leben heute Menschen, auch in Deutschland, die ohne diese freundliche Aufnahme in anderen Ländern überhaupt nicht existieren würden.
Aus dieser Geschichte heraus ist als Wiedergutmachung der Asylparagraph entstanden.
Wer z.B. meint, Ausländer sollten aus Deutschland raus, sollte mal seinen Stammbaum dahingehend prüfen, ob er nicht z.B. Nachkomme von Flüchtlingen ist, die vielleicht in Syrien oder Amerika oder wo auch immer, freundlich aufgenommen wurden und so Schutz vor der Ermordung erhielten.

Sollte es weitere Entwicklungen geben, werde ich weiter am Ball bleiben.

 
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