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Der Freiheit so fern

Zwangsarbeit im 21. Jahrhundert

Bonn, 09.12.2021

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember weist SÜDWIND darauf hin, dass Zwangsarbeit als eine Form moderner Sklaverei immer noch weltweit bittere Realität für Millionen von Menschen ist. Formen von Zwangsarbeit haben nicht nur die letzten Dekaden überdauert, sie nehmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts sogar zu. Was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie Zwangsarbeit mit moderner Sklaverei zusammenhängt und welchen rechtlichen Rahmen es für den Kampf gegen Zwangsarbeit gibt, darauf geht SÜDWIND in einem soeben erschienenen Dossier ein.

Das Dossier wirft am Beispiel der Baumwoll- und Textilproduktion in Usbekistan und der chinesischen Region Xinjiang einen Blick auf Zwangsarbeit in globalen Wertschöpfungsketten und stellt dar, welche Ansätze und Instrumente im Kampf gegen Zwangsarbeit erfolgversprechend sind. 

„Hinter den Zahlen, Definitionen und Regelwerken verbergen sich Menschen“, so Dr. Sabine Ferenschild, SÜDWIND-Mitarbeiterin und Autorin des Dossiers sowie eines weiteren Fact Sheets

„Manche müssen viele Jahre arbeiten, nur um das Geld zurückzuzahlen, dass sie geliehen haben, um Arbeitsvermittlungsgebühren und Reisekosten bezahlen zu können. Andere stecken viele Jahre oder ein ganzes Leben in Schuldknechtschaft fest. Auch in globalen Wertschöpfungsketten findet sich Zwangsarbeit, zum Beispiel in Form erzwungener Überstunden oder der Wegnahme von Pässen, damit die Betroffenen den Arbeitsplatz nicht verlassen können.“ 

Jung und weiblich – so sieht das Gesicht der knapp 25 Mio. Zwangsarbeiter*innen weltweit mehrheitlich aus. Oft gehören die von Zwangsarbeit Betroffenen auch zu ethnischen oder religiösen Minderheiten. Die Bekämpfung von Zwangsarbeit sollte also neben dem Blick auf Alter und Geschlecht ebenfalls ein besonderes Augenmerk auf die Herkunft der Betroffenen legen, um Risiken von Zwangsarbeit einschätzen zu können, Betroffene zu identifizieren und adäquate Maßnahmen einzuleiten.  

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat noch mehr Menschen in die Gefahr gebracht, von Zwangsarbeit betroffen zu werden. Deshalb sind verstärkte Anstrengungen nötig, bis 2030 das Ziel menschenwürdiger Arbeit für alle zu erreichen. Ohne eine starke Zivilgesellschaft, die das Thema aufgreift und auf allen Handlungsebenen gegenüber Politik und Wirtschaft das Ende von Zwangsarbeit in jeder Form fordert, wird das nicht gehen. 

Dieses Dossier sowie das ebenfalls veröffentlichte Fact Sheet „Schuldknechtschaft-nicht nur in Asien oder Afrika eine bittere Realität“ stehen im Kontext des SÜDWIND-Projekts zu Zwangs- und Kinderarbeit. 

In diesem durch Engagement Global mit Mitteln des BMZ sowie von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts werden sukzessive weitere Factsheets, Blogbeiträge und Podcasts ergänzt.

 
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